18. Februar 2018

Flowerday und Gartenkräuter (Teil III)

 
Meine Lieben,

ich weiß einige von Euch warten auf die Fortsetzung vom Bau unseres finnischen Kottas. Da muss ich Euch noch ein ganz klein wenig vertrösten. Ein paar Fakten und Zahlen bin ich 
noch am zusammensuchen...Sorry!

Und so habe ich jetzt zwischendurch als kleine Aufmunterung noch ein wenig Frühlings-Feeling mitgebracht. Diese Weidenkätzchen bekam ich als kleines Dankeschön für´s Pakete annehmen.




Eine sonnengelbe Primel dazu und Kissen mit Schneemännern - das alles ist drinnen zu finden,       und ganz leichte "Puderzuckerbestäubung" draußen.




All dies zeigt recht deutlich wo wir stehen: 
in der Realität - im Winter, und mit unserer Sehnsucht - im Frühling!











Und hier im Anschluss geht es jetzt weiter mit den Kräutern aus meinem Garten (Teil III)

Wenn wir unsere Natur mit ihren Gewächsen genau betrachten, erkennen wir recht schnell,
Gott hat uns zu jeder Zeit das Richtige wachsen lassen! Der menschliche  Körper ist seit Jahrhunderten so eingestellt, dass er Ausgangs des Winters besondere Bedürfnisse hat. 
Zumindest war das früher so, als man noch auf die Gewächse im eigenen Garten 
oder auf die aus der eigenen Region angewiesen war.

Heute bekommen wir ja sogar an Weihnachten frische Erdbeeren oder im Januar Himbeeren wie gemalt. Salate, Tomaten und anderes Gemüse sind rund ums Jahr zu haben...
Ob diese Agrarfrüchte allerdings besonders gesunden Ursprungs sind, 
waage ich in vielen Fällen zu bezweifeln. 
Und wenn man gar noch die Öko-Bilanz mit einbezieht (Kiwis aus Neuseeland, 
Ananas von den Osterinseln u. u. u.), dann muss man sich als 
verantwortungsbewusster Mensch fragen, 
sind wir auf dem richtigen Weg?!!

Wenn ich mir so einige Entwicklungen unserer Erde anschaue, macht mich das mehr als nachdenklich...

Das führt mich wieder zurück zu unseren Gärten und zu unseren eigenen Gewächsen.
Ich versuche möglichst regionale Produkte zu bekommen. Und dass ich auch noch 
zu der "alten Garde" gehöre, die die Ernte von Frühling, Sommer und Herbst 
selbst verwertet, das habt Ihr sicherlich schon bemerkt. 
So wie ich zunehmend feststellen darf, dass sich immer mehr junge Menschen wieder diesen 
alten Gepflogenheiten zuwenden!
Ist das nicht ganz wunderbar?!!! Lässt das nicht hoffen?!!!

Wie bekomme ich jetzt wieder den Bogen zu unseren Frühlingskräutern hin?
Vielleicht indem ich Euch aufzeige, wie gut sie uns mit all ihren herausragenden Wirkstoffen tun!!!
Keine Frühjahrsmüdigkeit, keine Grippenanfälligkeit, ein stabiles Immunsystem
das klingt doch alles ganz wunderbar und sehr erstrebenswert, oder?!!


Fangen wir heute mit dem Schnittlauch an. Er ist neben der Petersilie das beliebteste und meistverwendete Gewürz in unseren Landen! Man sollte ihn immer möglichst frisch verwenden. Getrocknet verliert er fast alle seine wertvollen und geschmacklichen Inhaltsstoffe. Wenn Ihr zuviel Schnittlauch habt, dann friert ihn ein, das ist die beste Konservierungsmethode bei diesem Gewächs.
Noch ein Tipp: Stellt ihn niemals in ein Glas mit Wasser! (Ich weiß, früher hat man das immer gemacht! Ich auch...). Aber heute weiß man, dass dann sehr viele seiner Wirkstoffe ins Wasser übergehen. Schlagt ihn also besser in ein feuchtes Tuch ein und legt ihn in den Kühlschrank.
Das gilt für alle, die ihn käuflich erwerben. Wer selbst Schnittlauch im Garten oder
auf dem Balkon hat, sollte ihn erst kurz vor dem Verzehr abschneiden!




Schnittlauch ist ein Heilmittel par excellance. Er hat so viele gesundheitsfördernde Stoffe, 
dass Prof. Hademar Bankhofer ihn einmal als kleine Hausapotheke bezeichnet hat!
Er hilft bei Magenbeschwerden und Verstopfung. Er reinigt das Blut, bringt 
Energie, ist harntreibend u. u. u.




Das Scharbockskraut war in meinem Garten plötzlich da, und das in rauen Mengen. 
Soviel hätte es eigentlich nicht bedurft, denn man sollte dieses Kraut  nur in Maßen genießen, 
da es eine kleine Menge giftige Scharfstoffe enthält.  

Sobald aber die dottergelbe Blüte erscheint, sollte man die Finger davon lassen, denn von nun an sind die Giftstoffe erhöht!

 

Wer unter Vitamin-C-Mangelerscheinungen wie z. B. Frühjahrmüdigkeit leidet kann vor der Blüte  ein paar Blättchen des Scharbockskrauts unter seinen Salat oder Kräuterquark mischen. Denn dieses Kraut ist sehr reich an Vitamin-C. Daraus begründet sich auch sein Name, denn es wurde früher gegen Skorbut (Scharbock ist davon abgeleitet) vor allem von Seeleuten eingenommen.
 Im Weiteren hilft das Scharbockskraut bei Hautproblemen und Hautunreinheiten.
Auch gegen Warzen ist dieses Kraut gewachsen! (hier äußerliche Anwendung!)




Ein weiteres Gewächs, dass uns schon recht früh im Jahr zur Verfügung steht, ist der Sauerampfer.
Auch er hat einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt! Man verwendet  die jungen Blätter als 
Wildgemüse, in Salaten und Suppen, oder gießt einen Tee damit auf!

Aber Vorsicht: wegen  seiner Oxalsäure (auch in Rhabarber vorhanden) sollten Gesunde ihn nicht zu häufig und nicht zu viel auf einmal zu sich nehmen! Nierenkranke sollten Sauerampfer
besser meiden, oder zumindest ein Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt suchen.



 Wenn man obige Regeln beachtet, spricht nichts dagegen eine Frühjahrskur, auch mit dem Bestandteil Sauerampfer, zu machen. Denn er wirkt blutreinigend, entschlackend
und harntreibend!




Er ist auch als "Maikräutchen" bekannt - der Waldmeister -
ebenfalls wohlriechendes Labkraut genannt.
Er ist ein Würz- und Heilkraut. Seine meisten Aromastoffe hat er, wenn er leicht angewelkt ist!
Man nimmt ihn vorwiegend für Maibowlen und andere Getränke.

Aber auch hier ist etwas Vorsicht angesagt! Waldmeister enthält Cumarin (Zimt ebenso).
In großen Mengen ist dieses Cumarin gesundheitsschädlich!
Kindern würde ich überhaupt keine Waldmeisterprodukte geben!



Waldmeister ist aber auch ein Heilkraut! Er wirkt gefäßerweiternd, entzündungshemmend,
krampflösend u.u.u. 
Auch hier ein Extra-Tipp: Wenn jemand von Euch öfter unter Kopfschmerzen leidet, so nehmt am besten getrockneten Waldmeister und rebbelt ihn direkt unter Eurer Nase, tief einatmen und Ihr werdet recht schnell eine Linderung Eurer Kopfschmerzen erfahren.




Kraut Nr. 5 ist für heute der Knolau - auch Schnittknoblauch genannt! Man kann ihn bereits ab
Februar/März ernten. Auch er ist sehr vitaminreich. Das meinte ich, als ich oben schrieb,
dass unser Herrgott uns zur rechten Zeit die richtigen Kräuter wachsen lässt!



Zudem ist er verdauungsfördernd und er verfügt über eine antibakterielle Wirkung!
In der Küche passt er hervorragend zu Salaten, Eierspeisen, Suppen, Aufläufen,
Hackfleisch u. u. u.
Extratipp: Seine schönen, weißen Blüten sind sehr geschmacksintensiv
und die Samenkapseln ebenso!




Zum Abschluss möchte ich Euch heute noch etwas Nachdenkliches von
Sebastian Kneipp mitgeben:


Gegen das, was man
im Überfluss hat,
wird man gleichgültig.
Daher kommt es, dass viele
hundert Pflanzen und Kräuter
für wertlos gehalten werden, 
anstatt dass man sie
beachtet, bewundert und  gebraucht!



Ich wünsche uns ALLEN den richtigen Blick auf unsere vielfältige und herrliche Natur
mit all ihren unbezahlbaren Schätzen!!!


Euch alles Liebe


Heidi





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Obwohl die Anwendungen mit Heilkräutern meist eine sehr positive Wirkung auf Beschwerden haben, empfehle ich Euch vor der Anwendung Rücksprache mit Eurem Arzt zu halten. 
Er weiß um mögliche Allergien, Unverträglichkeiten und Wechselwirkungen 
mit Medikamenten, die Ihr vielleicht einnehmt!




Kommentare:

  1. Liebe Heidi,
    toll, deine Schilderungen zu den Kräutern. Wieder was dazugelernt. Herzlichst Kirsten

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  2. Ich finde es schlimm wenn man überhaupt so gleichgültig wird und auch diesen ganzen Überfluss. Ist hier auf der Insel bei den meisten Menschen "Gott sei Dank" noch anders. Hier wird noch geschätzt, vor allem auch die alten Kräuter bzw. Pflanzen. Mir sagte mal ein alter "Tinerfeño": man braucht auf der Insel nicht hungern wenn man weiß was es alles in der freuen Natur zu essen gibt^^

    Klasse ZiB und ich danke dir vielmals dafür. Freue mich dass du mit dabei bist.

    Schönen Sonntag noch und viele Grüsse

    N☼va

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  3. Liebe Heidi,
    wunderschöne kleine erste Frühlingsboten :-) !

    Mich erschreckt es auch, wie selbstverständlich Obst und Gemüse um die Welt geflogen wird. Wie mit Gewalt alles rund ums Jahr erhältlich sein muss. Warum ? Es ist doch gar nicht nötig. Wir haben genug regionales Wintergemüse. Und freut man sich nicht umso mehr auf Erdbeeren, wenn man sie eben nicht immer zur Verfügung hat ?

    Ich kaufe überwiegend regional und saisonal und baue auch ein bisschen Obst und Gemüse selber an. Ausnahmen gibt es sicherlich mal, aber nicht oft.

    Danke für die Informationen über Kräuter - sehr interessant ! Ein paar habe ich auch im Garten, ich wollte mich aber immer schon mal richtig über Wildkräuter informieren. Hier wächst überall ganz viel und das meiste erkenne ich vermutlich nicht, was ich wirklich schade finde.

    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße
    Birgit

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  4. Liebe Heidi, da hast du zwei Sachen gesagt, die mir sehr gefallen. Dass wir real eben doch noch im Winter stehen, auch wenn vielleicht manchem schon Frühlingsgefühle nahe sind. Also bei uns jedenfalls war es wieder sehr kalt heute Nacht und draußen ist alles von einer dicken Schneeschicht wundervoll zugedeckt und wieder in den Winterschlaf verfallen. Ausser meine Vögelchen, die ich jetzt nach dem Frühstück gleich wieder füttern muß.
    Zum anderen gebe ich dir ja so recht mit den Bedürfnissen in unterschiedlichen Jahreszeiten, mit den Gewächsen die eben auch gerade dann wachsen. Seien es die Wildkräuter oder die Gartengemüse. Und so verwundere ich mich wirklich, wie man im Winter frische Erdbeeren, Tomaten oder Zucchini kaufen, essen ja sogar genießen kann. Ich empfinde sie da fehl am Platz. Diese kalten und energielosen Früchte verarbeite und genieße ich im Sommer , in der Sonne, bei hohen Temperaturen. Jetzt im Winter will ich Gewürze und Gemüse die Wärme und Energie in den Körper bringen. Und Auswahl für Rohkost, die Tomate-Mozzarella ersetze kann gibt es ja auch im Winter. Saisonales Gemüse ist ja, dank unserer verkaufstüchtigen Diskounter, Bioläden und sonst Einzelhandelsgeschäften ja gottseidank neben den unsinnigen Gemüsen und Obstsorten auch erhältlich. Man muß sich eben selbst entscheiden. Wir sind in der luxuriösen Lage das sogar bei jedem Geldbeutel jederzeit tun zu können. Und wie du bemerkt hast, immer mehr Menschen machen das wohl, sonst würde das Angebot sich in diese Richtung mit regional und saisonal nicht so entwickeln. Bleiben wir also guter Hoffnung, daß es gut und besser (ist ja noch einiges zu tun in uns Verbraucherköpfen) weiter geht. Einen schönen Wintersonntag wünscht der Achim

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  5. Liebe Heidi, wie schön Du dekoriert hast. Das ist ja eine richtige Frühlingsoase, wo man sich am liebsten gleich hinein begeben würde.
    glg Susanne

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  6. Liebe Heidi, sehr gemütlich sieht es bei Dir aus! Mit viel Interesse habe ich über die verschiedenen Kräuter gelesen. Hier in Andalusien gibt es so gut wie kein Schnittlauch. Mein Versuch, selbst welchen zu ziehen, ist kläglich gescheitert. Ich habe mich inzwischen auch mit anderen darüber ausgetauscht. In der Regel waren alle damit nicht besonders erfolgreich.
    Bei allen anderen gängigen Küchenkräutern hat es allerdings prima geklappt und ich freue mich immer, wenn ich nach draußen gehen kann, um meine Speisen mit frischen Kräuter anzureichern.
    Knolau finde ich ausgesprochen spannend und muss zugeben, dass ich noch nie davon gehört habe. Ich hoffe, dass ich irgendwo einen Samen finde, damit ich das ausprobieren kann.
    Wünsche Dir ein schönes Wochenende und sende liebe Grüße, Angelika

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  7. Schön das Du mit Deinem ZIB an die Verschwendung und das Vergessen erinnerst! Mir geht es da aber ähnlich wie Dir - ich geniesse es die Natur und die Pflanzen ganz bewusst zu sehen! Die Weidenkätzchen sind schön! Einen wunderschönen Sonntagnachmittag noch, Liz

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  8. Der Spruch bringt es auf den Punkt.
    Statt dass man sich dieser Geschenke der Natur bedient, lässt man allerlei gespritztes Zeug einfliegen.
    Ich freue mich jedoch darüber, dass sich viele junge Menschen wieder den alten Gepflogenheiten zuwenden.
    Vielen Dank für diese informativen Zeilen. Ich habe einiges dazu gelernt.
    Liebe Grüße von Heike

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  9. Liebe Heidi,
    danke für diesen tollen Kräuterpost! Das gelbe Primelchen ist auch so herzig, wie schön es leuchtet!
    ღ Ich wünsche Dir einen guten Start in eine schöne neue Woche!ღ
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  10. Liebe Heidi,
    ich sehen auch den Frühling herbei, aber wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich nur Winter, umso besser, wenn man sich wenigstens ein wenig Frühling ins Haus holen kann. Weidenkätzchen habe ich immer geliebt, sie sind etwas ganz besonderes.
    Loretta und ich kaufen auch sehr viel lieber Regionales. Da haben wir tatsächlich ein besseres Gewissen, denn es kann einfach nicht sinnvoll sein, z. B. Äpfel aus Neuseeland zu kaufen. Schön, dass jetzt auch viele junge Menschen wieder zurück besinnen.
    Deine Kräutertipps sind wieder sehr, sehr gut.
    Ich wünsche Dir einen schönen Start in die Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  11. Liebe Heidi!
    Ich danke für Deinen Besuch in meinem Blog und Deine freundlichen Worte, über die ich mich sehr gefreut habe. Nun öffne ich Deinen Blog und finde eine überwältigende Vielfalt des Gartenlebens vor, die mich fast sprachlos macht und begeistert. Mit großem Interesse werde ich jetzt gerne bei Dir lesen und schauen, denn es gibt so unglaublich viel zu entdecken.
    Es freut mich, dass ich Deinen Blog gefunden habe und lasse heute erst einmal anerkennende Grüße hier!
    Sei lieb gegrüßt und ein schönes Wochenende wünscht Helga

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  12. Liebe Heidi,
    bei dir ist es schon ein wenig österlich geworden....
    und deine Kräuterlehre ist klasse, nun weiß ich immer wo ich nochmals nachlesen kann, wenn ich etwas dazu wissen möchte!
    Bist eine gute kompetente Adresse, und natürlich in erster Linie Mensch, den ich mag, ich freu mich drüber!!!
    Ein schönes Wochenende dir und herzliche Grüße schickt dir
    Monika*

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