Meine Lieben,
weiter geht es mit Pflanze Nummer 4 - es ist der fast alles im Blumenbeet überragende
Rittersporn (Delphinium)
Der Rittersporn - hier als ausgezeichnete Bienenweide!
Meist zeigt er sich mit intensiv blau leuchtende Blüten und einer Wuchshöhe von ungefähr zwei Metern. Mit dieser imposanten Größe ist der Rittersporn ein ganz wunderbarer Blickfänger im Beet, ein regelrechter Magnet für unser Auge – eine sog. Leitstaude.
Es gibt mehr als 300 Arten sowie zahlreiche, durch Züchtung entstandene, neue Sorten. Klassischerweise ist Rittersporn blau und sieht gerade neben Rosen gepflanzt besonders schön aus. Es gibt aber auch violette, weiße, rosafarbene und sogar gelbe Sorten. Letztere habe ich selbst allerdings noch nicht in Natura gesehen...
...und hier noch im Wachstum begriffen...
Ich habe für Euch den Samen von einer tiefblauen Sorte, die im vorigen Jahr etwas mehr als 2 m hoch wurde, genommen. Diesen hohen Sorten sollte man aber sicherheitshalber schon sehr zeitig einen hohen Stab beifügen und die Triebe daran festbinden, denn ein kräftiger Windstoß kann schon genügen um sie abzuknicken, und das wäre doch sehr schade!
Wichtig ist zudem, auf genügend Abstand zu anderen Pflanzen zu achten, damit er nach Regenfällen gut abtrocknen kann. Beim Gießen achtet man am besten darauf, dass die Pflanze selbst nicht nass wird. Beides beugt Krankheiten wie Pilzbefall vor. Das ist daher besonders geraten, weil Rittersporn sehr anfällig gegen Echten Mehltau ist!
Gebt Eurem Rittersporn einen Platz bei dem er es sonnig im Gesicht und schattig an den Füßen hat. Ein vollsonniges Gartenbeet mit niedriger Unterpflanzung ist daher für Euren Delphinium ideal. Der Boden selbst sollte sandig-lehmig, humus- und nährstoffreich sein, das Substrat leicht feucht. Für hohe Vitalität während seiner Vegetationszeit sorgen regelmäßige Gaben von organischem Dünger. Ich bevorzuge hier reifen Kompost, Hornspäne oder verdünnte Pflanzenjauchen. Wenn Ihr dann noch nach der 1. Blüte die Pflanzenteile etwa zehn Zentimeter über dem Boden abschneidet, dürft Ihr Euch im gleichen Jahr über eine zweite - etwas weniger üppige - Blüte freuen, denn der Rittersporn gehört zu den remontierenden Pflanzen.
Ganz wichtig: Durch seine Größe und die vielen Blätter verdunstet der Rittersporn entsprechend viel Wasser. Achtet unbedingt darauf ihn, besonders in heißen Sommern, ausreichend zu gießen!
Rittersporn blüht ab Juni
Die Hauptblütezeit beginnt - wie bei Rosen - im Juni. Wenn Ihr etwas für Bienen, Hummeln und andere Insekten tun möchtet, dann kauft keine Pflanzen mit gefüllten Blüten, denn sie bieten den Tieren keinerlei Nahrung.
Bei Sonnenschein ist Bienenbesuch geradezu garantiert...
Wenn die Blühkraft nach einigen Jahren nachlässt, macht es wie bei der Waldglockenblume. Verjüngt die Pflanzen durch Teilen, und setzt die Teilstücke möglichst an anderer Stelle im Garten wieder ein. (Auch eine gute Gelegenheit Pflanzen zu tauschen oder jemand einfach eine Freude zu machen…!)
Noch ein Tipp und ein wichtiger Hinweis: Schützt vor allem die jungen Triebe vor Schnecken, denn sie gehören zu deren absoluten Favoriten!!! Insbesondere junge Ritterspornpflänzchen sind wirklich sehr gefährdet!!! Ich habe in meinem Garten gleich mehrere Versuche über einige Jahre unternehmen müssen, um endlich einmal wenigstens einen Rittersporn zu seiner vollen Größe heranwachsen zu sehen und zur Blüte zu bringen.
U n d noch etwas - ACHTUNG: Rittersporn ist in allen Teilen giftig!
Wie kann man Rittersporn vermehren?
Es gibt drei Möglichkeiten wie man Rittersporn vermehren kann: die Aussaat, die Teilung und Stecklinge.
Ihr habt jetzt den Samen in Euren Händen, daher konzentrieren wir uns nun auf die Vermehrung durch Aussaat
In den meisten Fällen wird der Rittersporn nach der ersten Blüte zurückgeschnitten, da man gerne die 2. Blüte auch genießen möchte. Plant Ihr jedoch Euren Rittersporn durch Aussaat zu vermehren, dann lasst einfach einige Blütenstände stehen. Im Spätsommer oder Frühherbst sind dann die Samen reif und können in Pflanztöpfe umziehen. Rittersporn gehört zu den Lichtkeimern und sollte daher nur angedrückt, beziehungsweise samenhoch mit Erde bedeckt werden. Meist sind noch im gleichen Jahr sind die ersten Austriebe sichtbar und im Frühling kann der Gärtner sich dann an den Blüten erfreuen. Im Übrigen kann der reife Samen auch einfach zu Boden fallen und dort keimen. Allerdings sind bei dieser Methode fast immer die Schnecken schneller, als dass die Jungpflanzen heranwachsen können.
Kleiner Hinweis: Die Qualität, der durch Aussaat vermehrten Pflanzen, kann sehr unterschiedlich sein.
Ich wünsche Euch allen eine richtig gute Woche - ohne jegliche böse Überraschungen!!!
Alles Liebe
Eure Heidi

