19. Oktober 2017

Der Buchsbaumzünsler - was ist zu tun?

Meine Lieben,

vielleicht habt Ihr bei der lieben Anja schon gelesen, dass ihr herrlicher Buchs-Knoten leider, leider auch von diesem fürchterlichen Schadinsekt, dem Buchsbaumzünsler befallen ist/war...

Leider ist es eine nicht mehr zu leugnende Tatsache, dass dieses Schadinsekt bundesweit die Buchs- Bestände bedroht! Und nicht nur hier bei uns, auch in Österreich und der Schweiz soll es schon Schäden von immensem Ausmaß angerichtet haben...
Vielleicht könnt Ihr, liebe ÖsterreicherInnen und Ihr, liebe SchweizerInnen, mir mehr dazu sagen...!?!!

Ich werde jetzt hier und heute, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, einen Post mit ganz viel informellem Text und wenigen Bildern auf den Weg bringen. Dieses Textpassagen entnehme ich meinen Ausführungen aus meiner Kolumne, die ich allwöchentlich in unserem Gemeindeblatt veröffentliche. Das Thema Buchsbaumzünsler hatten ich dort bereits im September des vorigen Jahres belegt, denn bei uns im Saarland hat der Zünsler schon seit 2014/15  "zugeschlagen"!


Der Buchsbaumzünsler ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling,  mit  seidig weiß glänzenden Flügeln die einen braunen Rand aufweisen. Man hat aber auch schon rein braune oder graubraune Exemplare  gesichtet. Dieser nachtaktive Kleinschmetterling wurde vermutlich vor rund 10 Jahren aus dem asiatischen Raum mit der Lieferung von Waren hier in Europa eingeschleppt.



 Seitdem hat er eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nicht wenige uralte Buchsbestände in Parks und Barrock-Gärten fielen ihm schon zum Opfer. Da er in einem Vegetationsjahr, bei günstigen Bedingungen, während einer Saison bis zu vier Generationen hervorbringen kann und zudem sehr gefräßig ist, ist sein Schadbild entsprechend! 

10 Jahre in Europa, das ist eine lange und auch wieder kurze Zeit. Lang im Sinne von Ausbreitungsmöglichkeiten, kurz im Sinne von erdgeschichtlichen Entwicklungen, auch relativ kurz um Erfahrungswerte, was die Bekämpfung angeht, zu sammeln.  Dennoch gibt es Empfehlungen: Das A und O der Bekämpfung dieses Schadinsekts ist die frühe Erkennung des Befalls. Und da beginnt schon die Schwierigkeit, denn frischer Befall ist kaum zu erkennen, da die Raupen meist im Innern der Gehölze mit dem Fressen beginnen und dort ihre Gespinste anlegen. 


Mein Rat: Kontrolliert ab Februar/ März (ab 7° wird der Zünsler aktiv!) bis Mitte/Ende Oktober Eure Buchsbestände mindestens einmal pro Woche auf Genaueste! Entdeckt Ihr im Innern Eures Buchs weiße Gespinste, dann sucht schnellstens die Raupen. 
    Entfernt dieselben von Hand und vernichtet sie umgehend.     
                                           

 

                            
  Ist der Befall schon stärker ausgeprägt, setzt biologische Insektizide ein. Der Vorteil bei biologischen Insektiziden liegt darin, dass diese in der Regel nutztierschonend sind. Also beispielsweise Bienen durch die Anwendung dieser Insektizide nicht gefährdet werden.  
 Bacillus thuringiensis  und Neemöl (Azadirachtin)  wären hier zu nennen. 
 Insbesondere das Neemöl hat sich in Asien als sehr erfolgreich gezeigt! 
Entfernt zunächst alle Gespinste und spritzt Sie dann sehr sorgfältig bis tief ins Innere der Gehölze und wiederholt diese Prozedur nach 10 – 12 Tagen. Eine zusätzliche Behandlung  mit Pflanzenstärkungsmitteln ist ebenfalls empfehlenswert, zumal diese auch die Widerstandsfähigkeit der Gewächse gegen Pilzbefall bewirken. 

Weitere Informationen zu möglicher Bekämpfung siehe HIER!                                                                                                                                   
 Solltet Ihr Euch für chemische Insektizide entscheiden, bedenkt die Giftigkeit dieser Mittel für Mensch, Tier und Umwelt, und vergesst eine entsprechende Schutzkleidung nicht!                                                                                                                                          
 Wurde der Buchsbaum durch den Befall stark in Mitleidenschaft gezogen und droht gar abzusterben, dann kann ein radikaler Rückschnitt des Gewächses dieses eventuell noch vor der endgültigen Zerstörung bewahren.
In Extremfällen, ist das letzte Mittel der Bekämpfung allerdings, die vollständige Vernichtung der befallenen Buchsbäume, damit sich der Schädling nicht weiter ausbreiten kann. 




Was ist nun mit dem befallenen Schnittgut zu tun? 
 
Ich habe hier im Saarland, nach Rücksprache mit dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, als Vollzugsbehörde für den Bereich des Abfallrechts, und unserem Saarländischen Umweltministerium eine saarländische Regelung im Amtsblatt anbieten können. 
Wie das im Einzelnen bei Euch aussieht, das müsst Ihr bei Euren Behörden erfragen. 

 Aber eines ist sicher: Befallenes und auch bereits zerstörtes Schnittgut darf in keinem Fall dem Biomüll, der Grünschnittannahme oder dem Kompost zugeführt werden!!! Auch unverpackt im Restmüll birgt er das große Risiko, dass sich der Schädling weiterverbreitet. 
Thermische Entsorgung, sprich Verbrennung,  muss die Lösung wohl heißen!!! 

Eine total ruinierte Buchspflanze, die dann aber leider stehen gelassen wurde...
...und somit der Weiterverbreitung des Zünslers Vorschub leistet!!!


Ich gebe Euch jetzt einmal ein Zahlenbeispiel, das mehr als deutlich macht, wie wichtig es ist, dass wir hier sehr konsequent vorgehen:

Jeder dieser kleinen weiblichen Falter des Buchsbaumzünslers, mit einer Flügelspannweite von ungefähr 4 cm, legt bei einer Eiablage ca. 150 Eier, meist auf die Unterseite der Buchsblätter. 
Dabei bevorzugen sie Buchsgewächse, welche noch nicht befallen wurden, was wiederum die Ausbreitung begünstigt. Wenn die Temperaturen über 7° liegen schlüpfen die Raupen. Sie durchlaufen 7 Larvenstadien.  Liegen die Temperaturen über 20°C geht das sehr schnell, und schon nach 3 Wochen sind diese Entwicklungsstufen abgeschlossen.  Dann verpuppen sich die Raupen in Kokons und werden nach ca. einer Woche wiederum zu Faltern, und das Ganze beginnt von Vorn.                                                          
                                                                                                                                                                           Da sich in einem Vegetationsjahr gut 4 Generationen entwickeln können, 
sind wir, von einem einzigen Falter ausgehend, dann schon bei 506.250.000 Raupen in einem Jahr angelangt!!! 
Ich glaube, es bedarf keiner weiteren Erörterungen um zu erkennen, dass wir die Vermehrung dieser Schädlinge dringend unterbinden müssen! Und genau deswegen dürfen wir den befallenen Buchsbaumschnitt nicht offen irgendwo lagern, sondern müssen ihn in gut verschlossenen, dichten Plastiksäcken der thermischen Verwertung (sprich: Verbrennung!) zuführen!



Hier bei uns in Wadgassen bot der Leiter des Grünflächenamts der Gemeinde, in Absprache mit 
 unserer hiesigen Ortspolizeibehörde der Bevölkerung an,
dass man, nach erfolgter Antragsstellung, den 
befallenen Buchsbaumschnitt im Privatgarten verbrennen könne.




Noch etwas solltet Ihr unbedingt beachten:


Da, wie oben geschildert, in einer Saison mehrere Generationen von Schädlingen entstehen, überwintert die letzte Generation in ihrem Kokon zwischen den Blättern und Ästen des Buchsbaums. Den Kokon fertigen die Raupen aus verformten Blättern, welche sie mit ihren Spinnweben verkleben. Dies schützt sie vor möglichen Angreifern und auch vor der Kälte des Winters. Für uns heißt dies allerdings: dieser Umstand erschwert die Bekämpfung des Schädlings ganz enorm!  Wir müssen also im nächsten Jahr, auch wenn wir glauben, alle Bestände des Buchbaumzünslers vernichtet zu haben,  sehr aufmerksam sein!  Und dann gegebenenfalls gleich den neuen Anfängen wehren!                                                                                                                                                                                        Und noch eine kleine Zusatzinfo: unsere Vögel, die natürlichen Fressfeinde von Raupen, mögen ausgerechnet   d i e s e  Raupen nicht!!!  Hierzu gibt es allerdings mittlerweile etwas andere Erkenntnisse, die ich jedoch nicht überprüfen konnte.                                                                                                                             
Meine Lieben, ich hoffe Euch mit diesen Empfehlungen probate Mittel an die Hand gegeben zu haben, um eventuell auch bei Euch vorhandene Zünsler-Raupen in den Griff zu bekommen!

Ich drücke jedenfalls ganz fest die Daumen!!!


Eure Heidi









Last but not least - als Trost, wenn es doch nicht gelingen sollte...

Es gibt mittlerweile sehr schöne Ersatzpflanzen. 
Bei der Beetrandbepflanzung habe ich mich für den Ilex-Crenata "Dark green", 

der auch unter dem Namen "buchsblättriger Löffel-Ilex" angeboten wird, entschieden.


Sein Blatt sieht dem des Buchs zum Verwechseln ähnlich. Er ist genauso schnittverträglich, allerdings wächst er deutlich langsamer (erfordert bei der Neuanpflanzung etwas Geduld, später muss dafür nicht so oft geschnitten werden!!!), und er ist deutlich teurer...

...dafür aber sehr resistent. Laut Züchtern, können ihm weder Krankheiten, wie der gefürchtete Buchsbaumpilz, noch Parasiten wie der Zünsler,  etwas anhaben.








Andere Ersatzpflanzen könnten z. B. Zwerg-Eiben, Zwerg-Liguster oder Thuja "Teddy" (hier im Bild) sein. Die Thuja "Teddy" wächst automatisch kugelrund (ganz ohne Schnitt!), und so habe ich diese in größere Kübel gesetzt. Sie geben vor allem im Winter dem Garten etwas Struktur.






 


Die Heckenmyrhte Lonicera "Maigrün" ist eine gänzlich problemlose Pflanze, die ich auch in größere Kübel gepflanzt habe. Sie kann sowohl stehend als auch hängend gezogen werden.



 

Hier seht Ihr 2 verschiedene Hebe-Sorten.

Mit den Heben habe ich persönlich bis jetzt nicht die besten Erfahrungen gemacht. Sie wurden bereits nach einem Winter an verschiedenen Stellen unansehnlich braun.


Als weitere Alternative wäre noch "Bloombux" zu nennen. Diese Pflanze ist eine neue Züchtung, eine Kreuzung aus Rhododendron-Wildsorten. Sie blüht wunderschön ist aber, wenn sie als Hecke gedacht ist, und man mehrere davon braucht, sehr teuer.


Dann kann ich nur die Empfehlung aussprechen:

Schaut Euch auf dem Markt um! Die Züchter tragen dem zunehmenden Problem des Buchsbaumsterbens Rechnung, indem sie immer wieder neue Produkte, neue Züchtungen, die als  Buchsersatz geeignet sind, auf den Markt bringen...davon können wir dann profitieren...



Ja, ich weiß, es tut trotzdem weh, wenn man seine Buchse rauswerfen muss...!!!
Vor allem dann, wenn man sie lange Zeit mühevoll gehegt und gepflegt hat, oder wenn es Erbstücke z. B. von der geliebten Großmutter sind...

Vielleicht haben unsere heimischen Vögel ja doch noch ein Einsehen, und erkennen, wie reich da der Tisch plötzlich gedeckt ist...


Alle Ihr Geschädigten - fühlt Euch mal so richtig gut von mir gedrückt! 

(...ich weiß wovon ich rede...)

Dennoch, oder gerade deswegen - alles, alles Liebe



Eure Heidi







Dieser Post geht noch Rostroses ANL



 

Kommentare:

  1. Liebe Heidi,
    super, dass du das Thema ansprichst. Bei uns in der Überbauung sind viele, viele Meter Bauchsbaumhecke befallen. Ein Ablesen von Hand ist bei dieser Menge unmöglich und biologische Mittel halfen seit einigen Jahren nur bedingt. Wir haben Lücken in der Hecke von abgestorbenen Buchsbüschen. Es sieht schrecklich aus. Dieses Jahr hat der Gärtner zur Chemie gegriffen, was extrem war, weil er in Schutzkleidern und Atemschutz arbeiteten musste.
    Ich freue mich über deine Alternativ-Vorschläge, vielen Dank dafür. Diese werde ich durchgehen und schauen, was es für Lösungen gibt und was sie kosten. So kann ich dies den Eigentürmern vorschlagen.
    Dir einen sonnigen Tag und
    liebe Grüsse aus der Schweiz
    Eda

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    1. Liebe Eda,
      also ist auch die Schweiz betroffen...soooo schade!!!
      Bei der Behandlung der Pflanzen gegen den Zünsler muss man sehr akribisch und sehr diszipliniert vorgehen, sonst hat es keinen Zweck!
      Wenn der Befall so stark ist, ist meines Erachtens die beste Entscheidung, sich von den Buchsen zu trennen und sie sofort zu verbrennen!!!
      Die Ersatzpflanzen sind eine wirkliche Alternative! Ich drück Dir die Daumen, dass Du die Eigentümer überzeugen kannst!
      Alles Liebe
      Heidi

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    2. Liebe Heidi,
      das ist auch meine Meinung. Jedes Jahr mit soviel Chemie und in diesem Aufzug das geht nicht; das macht Angst! - Ich bin auch für's Ersetzen. Vielleicht merken die Vögel doch noch, dass die Raupen essbar sind?
      Dir einen sonnigen Samstag und liebe Grüsse
      Eda

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  2. Liebe Heidi,
    ♥lichen Dank für deinen ausführlichen Beitrag.
    Ich habe hier auch einen großen Kugelbuchs (der steht schon über 20 Jahre) und bin ständig am kontrollieren.

    Auch mir ist es unverständlich, dass es immer noch nicht gelungen ist ein wirksames Gegenmittel gegen diesen "Schmetterling" zu finden.

    ♥liche Grüße
    Ellen

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    1. Liebe Ellen, ich bin eigentlich ganz froh, dass man die große Chemiespritze nicht ausgepackt hat um diesem Schädling zu begegnen!!!
      Wir muten uns und unserer Welt schon viel zu viele Gift zu!!!
      Wenn Du weiter so aufmerksam bist, und wenn Deine Nachbarn auch vernüftig sind, dann habt ihr die große Chance, diese Plage zu überwinden! Ich drück Euch die Daumen!
      Alles Liebe
      Heidi

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  3. Liebe Heidi,
    danke für diesen sehr informativen Post! Wir haben bei uns keine Buchse im Garten, wohl aber meine Mama, und da blieben wir zum Glück, bisher verschont! Das mit dem Buchs-Ersatz klingt interessant, da werde ich mich mal informieren, für den Fall der Fälle ;O)
    Hab einen wundervollen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Ich drücke ganz, ganz fest die Daumen, dass Deine Mama, respektive ihr Buchs, von dieser Plage verschont bleibt!
      Alles Liebe für Euch
      Heidi

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  4. Liebe Heidi, Danke für die ausführliche Information. Bei uns (Salzburg Land) ist er letztes Jahr zum ersten Mal wirklich sichtbar aufgetreten. Heuer haben wir sämtlichen Buchs entfernt, da spritzen nicht in Frage kam...

    LG Kathrin

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    1. Das kann ich bestens nachvollziehen, liebe Kathrin.
      Ich habe es genauso gehandhabt, denn Chemie kam und kommt für mich auch nicht in Frage!
      Dir alles Liebe
      Heidi

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  5. Liebe Heidi, erstmal bin ich erleichtert, dass unser zeitgleiches Geklicke ein so gutes Ende gefunden hat!

    Ein Bericht aus Österreich, dem Winviertel? Mein Garten ist seit 2012 buchsbaumfrei... es geht einfach nimmer bei uns! Warm abtragen war auch das Mittel meiner Wahl. Ich hatte nur vereinzelt kleinere Kugeln stehen - der Verlust war für mich nicht so arg. Bei freunden die weiterhin trotzden kann ich sagen - vereinzelt, aber gaaaanz vereinzelt fressen Amseln die Raupen. Aber wenn sie was Besseres finden (in einem normalen Garten immer) dann fressen sie etwas Anderes!
    Liebe Grüße! Eva

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    1. Dann sind meine Informationen doch richtig...schade!!! Ich hatte gehofft es sei nicht so. Ich hatte gehofft die Alpenländer seien noch weitgehend zünslerfrei...
      Jetzt hoffe ich, dass sich der Geschmack der Vogelwelt ändert...wäre richtig gut!!!
      Alles Liebe für Dich
      Heidi

      Bzgl. des "Tee-Advents-Kalenders" habe ich Dir auf Deinem Blog schon geantwortet! Bin auch froh, dass Claudia so erfinderisch ist!

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  6. Liebe Heidi,
    habe gerade Deinen Kommentar im Fachwerkhaus im Grünen gesehen.
    Und ich hoffe ja sehr, daß mir mein einziger Buchsbaum, der schon öfter mit umgezogen ist, erhalten bleibt. Ich habe bereits Ableger aus ihm gewonnen, die ebenfalls gedeihen. Bislang ist Gottseidank nichts passiert!
    Während eine Freundin von mir auch etliche befallene Buchsbäume hatte, die sie daraufhin entsorgte. Leider vorschnell, wie sich herausstellte, denn die Rest-Buchse erholten sich irgendwann wieder. ;-) Aber nun ist es wie es ist. Und ich würde wohl auch eher zum Entsorgen neigen, da ich kein Mensch bin, der Pflanzen spritzt - wenn auch mit biologischen Mitteln oder in irgendeiner Form lange behandelt. Meine Ansicht ist auch die, was bei uns nicht gedeiht, hat in unseren Gärten eben nichts (mehr) verloren.

    Alles verändert sich, in der Natur gibt es einen steten Wandel und den müssen wir eben auch respektieren, selbst wenn wir uns dagegen sträuben. Inzwischen wird ja Buchs-"Ersatz" gepflanzt, wie Du es auch schreibst und ich das ich erst kürzlich im Krankenhauspark gesehen habe, in dem meine Mutter liegt. Sieht täuschend ähnlich aus.
    Aber auch da wird sicher irgendwo ein Schadinsekt lauern, wenn die Zeit reif ist ... selbst wenn das Gwächs derzeit als resistent gilt. Das war der Buchs schließlich ursprünglich auch! Man kann sich nicht endgültig vor allem schützen, das ist eben die Natur.

    Nimmt man die Kastanien, ist es ja ähnlich. Es gibt kaum noch Kastanien, die nicht von der Miniermotte befallen sind. Selbst in unserem Dorf, einer der letzten Bäume, die letztes Jahr noch keinen Befall zeigten, ist nun auch betroffen. Was wohl zur Folge haben wird, daß künftig kaum noch Kastanienbäume angepflanzt werden. Bei uns in der Stadt finden neuerdings Ginkgos als Straßenbepflanzung Verwendung. Schließlich hat der Hiroshima-Ginkgo das Desaster überlebt, dann werden diese Bäume wohl so robust sein, um die nächsten Jahrzehnte oder länger an den Straßenrändern zu existieren. Ich mag Ginkgo sehr, wenn auch das Stadtbild dadurch ziemlich verändert wird. Aber - nichts bleibt wie es ist ...

    Liebe Grüße
    Sara

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    1. Manche Veränderung ist schon sehr schade...und ich frage mich, wenn unsere Pflanzen so reagieren, ist das ja auch zum Teil der Gesamtbelastung durch umweltrelevante Faktoren bedingt. Die Pflanzen sind dann schon gestresst und entsprechend anfällig...Ähnlich geht es doch auch uns Menschen. Allerdings wollen nur wenige diese Verbindung sehen...und deshalb geht´s munter "Weiter so!" Verantwortung sieht g a n z anders aus!!!
      Alles Liebe
      Heidi

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    2. Leider ist das so, liebe Heidi. Der Mensch trägt einiges bei, andererseits hat es schon seit Beginn der Welt Umweltkatastrophen gegeben, ohne dass der Mensch beteiligt war. Man kann also nicht alles darauf schieben.

      Eher würde ich mich fragen, warum holen wir so viele gebietsfremde Pflanzen hierher und in unsere Gärten. Ich nehme mich nicht davon aus.

      Auch durch die unzähligen Reisen verändert sich ja auch viel - wenn ich da nur an den Sommerflieder denke, ein Einwanderer, der einst per Bahn hierher gekommen sein soll ... die Liste ist lang - das würde hier zu weit führen ...

      Und von modernen Entwicklungen wie Gentechnik ganz zu schweigen, insbesondere dann, wenn fremde Gene eingebaut werden, wie beim Mais geschehen - das ist ein Aberwitz, herbizidtoleranten Mais zu züchten!!! Bzw. ihn so zu züchten, dass er selbst einen insektiziden Stoff bildet! Nur ein Beispiel ... und was das mit uns und der Umwelt, anderen Pflanzen und der Insektenwelt macht, können wir noch gar nicht absehen! So etwas gehört nicht in eine Pflanze, die uns zu Nahrungszwecken dient! Diesen Mais würde ich verweigern, was vermutlich nicht viel nützen würde, denn er wird sich mit dem "guten" Bio-Maus vermutlich mit der Zeit vermischen ... dann haben wir den Salat ...
      Forscher haben einen Fehler, sie bedenken oft nicht die Folgen, diese zweite Seite, die es IMMER gibt!
      Aber wir müssen ja nicht alles schweigsam hinnehmen ...

      Liebe Grüße
      Sara

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    3. Wie Recht zu hast, liebe Sara!
      Bei solchen Zusammenhängen denke ich immer an Goethes Ballade vom Zauberlehrling, der anfänglich auch stolz auf sein "Können" ist, doch im Gegensatz zu so manchem, unserer Wissenschaftler, Konzernchefs und Politiker, recht bald erkennt, dass er der Situation nicht mehr gewachsen ist.

      Der Aufbau von Goethes Ballade lässt sich problemlos in die heutige Zeit übertragen! Er ist geradezu prädestiniert hierzu:
      Überheblichkeit, Selbstüberschätzung und Wichtigtuerei,
      die Umsetzung des geplanten Vorhabens,
      das befriedigende Gefühl des Machtrausches,
      viel zu spät (wenn vor lauter Verblendung überhaupt) Ängste und Verzweiflung,
      mündent in ein hilfloses Schimpfen und die Schuldzuweisungen an Andere,
      u. U. verbunden mit Verzweiflungstaten und
      lautem Rufen nach Hilfe...

      Nur auf die Rettung durch einen Zaubermeister werden wir vergebens warten...!!!

      Wie weitsichtig unser Dichterfürst war, wird hier wieder einmal kund...

      Liebe Sara, lass uns hoffen, dass in nicht allzuweiter Ferne (denn viel Zeit haben wir nicht mehr!!!) die Vernunft siegen wird...
      Was bleibt ist die Hoffnung!!!

      Dir alles Liebe
      Heidi