19. Januar 2022

Die Zitronenverbene - ein ganz wunderbares Kraut

 

Meine Lieben,

auch heute möchte ich endlich ein lange gegebenes Versprechen einlösen...

Vorgestellt hatte ich Euch eine meiner Lieblings-Teepflanzen bereits hier im Oktober vorigen Jahres...Ja, Ihr habt völlig Recht - es hat ziemlich gedauert, aber jetzt ist es so weit...

Tata! Vorhang auf für die großartige, herrliche, vielseitige, duftende, heilende, geschmacksintensive, berauschende  Zitronenverbene!!!

Das ist ein Gewächs...wer sie einmal hatte, wird von ihr nicht mehr loskommen...

Diese Zitronenverbene, in Frankreich und der Schweiz meist Verveine genannt, ist einfach nur wunderbar.  Wenn ich im Garten an ihr vorbeigehe und zart mit der Hand über ihre Blätter streiche, entfaltet sie schon ihren unvergleichlichen Duft. Dieses Aroma ist so fantastisch - es löst ein unglaubliches Wohlgefühl aus. 


Da sie bei uns nur bedingt winterhart ist, halte ich sie in Kübeln.  Bei den ersten kalten Nächten, im unteren einstelligen Bereich, stelle ich eine davon ins Gewächshaus, die andere bekommt einen geschützten Platz auf der überdachten Terrasse, direkt an der Hauswand.  Tagsüber stehen oder hängen sie wieder draußen. Erst wenn wirklich Frost angekündigt wird, schneide ich sie bis auf jeweils 2 Augen zurück, und stelle sie dann an einen möglichst kühlen, realtiv dunklen Platz. Dort wirft sie dann ihre letzten Blättchen ab. Sie ist jetzt in ihrer Winterruhe, aber Ihr dürft sie trotzdem nicht ganz vergessen, denn ab und zu eine kleine Wassergabe ist unerlässlich. 


 

Ab März stelle ich sie dann an einen mäßig warmen, aber hellen Platz. Bei ungefähr 15° sollten nach ca. 14 Tagen die ersten neuen Blättchen zu sehen sein. Das ist dann auch die Zeit, da ich für die Nährstoffzufuhr und ein gutes Wachstum Hornspäne ganz leicht in den Boden einarbeite. Wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, dürfen meine Verbenen wieder ins Freie. Sie bekommen dann noch eine Lage Kompost, und den Wetterbericht habe ich natürlich immer im Auge...

 

Die Zitronenverbene ist ein relativ anspruchsloser, kleiner Strauch, trotzdem solltet Ihr einiges beachten: Haltet ihn leicht feucht - ohne Staunässe! Er verträgt es auch schon einmal, wenn die Erde          trocken ist, allerdings sollte sie nie ganz austrocknen. 

Und damit sich Eure Verbene so richtig schön buschig entwickelt, dürft Ihr öfter an ihr herumschnippeln, denn ein regelmäßiger Schnitt fördert ihr Wachstum. 


Ein warmer, geschützter Platz im Halbschatten ist im Sommer der ideale Platz für sie. Die Erde im Kübel sollte locker, weitgehend neutral bis leicht alkalisch (8 - 9) sein, und ungefähr alle 2 Jahre sollte man seine Verbene in einen größeren Kübel mit frischer Erde pflanzen.


Wenn Ihr Eure Verbene vermehren wollt, macht Ihr am besten im Frühsommer Stecklinge. Schneidet dazu von den verholzten Trieben ungefähr 15 cm lange Stücke ab und steckt diese zur Hälfte sofort in Töpfe mit Anzuchterde. Achtung: hier unbedingt die Wuchsrichtung beachten! Stellt diese Töpfe an einen schattigen Platz und ganz wichtig! Lasst sie in dieser Phase nicht austrocknen

 

Eine in 2 Teile geschnittene Plastikflasche über den Steckling gestülpt, hilft Euch dabei ein gutes Klima für Eure Stecklinge zu schaffen. Wenn die ersten Blättchen austreiben, haben sich Würzelchen gebildet. Seid trotzdem noch etwas geduldig. Erst wenn Euer Steckling ungefähr 1/3 an Längenwachstum zugelegt hat, dürft ihr ihn behutsam schneiden. Das bewirkt dann, dass er Seitentriebe entwickelt und richtig buschig wird.                                                                



Und jetzt erzähle ich Euch, was man alles mit der Zitronenverbene machen kann.

Ich beernte meine Verbenen von Mai bis Oktober/November. Ihre frischen Blätter eignen sich ganz hervorragend zur Herstellung von Kräuterlimonaden und Eistees oder zur Aromatisierung von anderen Getränken, wie z. B. von Sekt. Man kann sagen die Zitronenverbene ist ein richtiges Erfrischungskraut.  

Und das Rezept für einen meiner Lieblings-Sommertees findet Ihr  hier 

 

Etwas ganz Besonderes und vielseitig Einsetzbares sind  kandierte Verbenen-Blätter. Schaut doch einmal hier rein.

Der Sommer lässt grüßen...und das ist garnicht so schwer!


Oder Ihr verfeinert Sahne, Eis, eine Quarkspeise und Pudding mit diesem tollen Kraut. Sein zitroniges Aroma harmoniert aber auch ganz wunderbar mit hellem Fleisch, wie Geflügel oder auch mit Fisch.


Eingelegt in Öl, Essig oder Korn (hier mit weißem Kandis) ergeben sich wahre lukullische Feinheiten.

 

Möchte man ganzjährig etwas von der Zitronenverbene haben, so ist das behutsame Trocknen der Blätter eine wunderbare Möglichkeit. Aus diesem getrockneten Kraut kann man sehr gut Aufgüsse (wir nennen sie ja fälschlicherweise TEE...) bereiten. Auch Teige oder Salatdressings kann man damit bereichern.  


Ein Verbenen-Zucker oder ein daraus erstellter Zuckerguss macht sich auf Plätzchen oder Kaffeestückchen ebenfalls ganz wunderbar.


Eine weitere Möglichkeit vom  Geschmack der Zitronenverbene auch im Winter zu profitieren ist die Verarbeitung seiner frischen Blätter zu Gelee (siehe hier) oder zu Pesto.

 

Ganz wunderbar macht sich auch ein Sirup aus den frischen Blättern der Zitronenverbene. Wie man einen Sirup macht könnt Ihr  hier  nachschauen.

 


Übrigens - ein solcher Sirup auf Pfannkuchen - das ist soooo lecker!!! Oder in Sekt...oder im Salatdressing...oder in einem Rührteig...oder, oder...Ich bin da ganz sicher, Ihr habt hierzu viele wundervolle Ideen...


 Über die medizinischen und heilenden Eigenschaften der Zitronenverbene habe ich ja bereits hier geschrieben. 


Ihre krampflösende, appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung entfaltet sie am besten mit einem sogenannten TEE. 

 

Besonders in Frankreich ist ein "Gute-Nacht-Tee" aus Zitronenverveine sehr beliebt, denn er sorgt für Ruhe, Ausgeglichenheit und einen guten Schlaf. Für einen solchen aromatischen "Tee" nimmt man einige frische Blätter der Zitronenverbene oder Ihr nehmt 1 TL von den getrockneten Blättern der Verveine und übergießt diese mit 1/4  Liter heißem Wasser und lasst ihn etwa 5 bis 7 Minuten ziehen.

 

Bei uns wird er gern als Erkältungstee genommen, dann trägt er meist den Namen „Eisenkrauttee“.  Das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis) ist zwar nahe mit der wohlriechenden Verbene verwandt, und ebenfalls eine alte Heilpflanze, schmeckt allerdings äußerst bitter.      

 


Ihre hohe und sehr lang anhaltende Duftintensität macht die getrockneten Blätter der Verbene auch zur idealen Füllung kleiner Kräutersäckchen, welche wiederum ganz prima gegen Mücken, Fliegen und Co. eingesetzt werden können.


Wie diese Aromastoffe der Zitronenverbene im Sommer sogar im Garten oder auf der Terrasse, die lästigen Stechmücken vertreiben, dass könnt Ihr hier  nachlesen.


So, jetzt bin ich am Überlegen, habe ich noch etwas vergessen...Im Moment fällt mir nichts mehr ein, was ich noch von oder über die Zitronen-Verbene berichten könnte...Wenn doch, trage ich es einfach nach. Konnte ich Euch begeistern? Dann plant dieses herrliche Kraut in Eure Kübelbepflanzung mit ein. Es  lohnt sich! Versprochen!


So, der Wochenteiler ist hoffentlich auch in Euren Augen gelungen...

Passt weiterhin gut auf Euch und Eure Lieben auf!

Habt eine gute Zeit


und alles, alles Liebe


Eure Heidi

 

 



11. Januar 2022

Schnee im Wohnzimmer oder Kissenbezüge mit Hotelverschluss

 

Meine Lieben,

ich hinke fast hoffnungslos hinterher...

und das hat seine Gründe: mein uralter Laptop gab scheibchenweise seinen Geist auf...Ein neues Gerät musste her...Ich erspare Euch die Odyssee, die man als Mensch mit wenig technischem Verständnis da durchläuft...Es ist nervenaufreibend - für alle Beteiligten!!!

Aber ich werde jetzt meine Versprechungen Schritt für Schritt abarbeiten...großes Ehrenwort... 


In den letzten Tagen gab es in den Wetternachrichten immer wieder Meldungen über ergiebige Schneefälle...Leider bislang nur andernorts, und so habe ich mir den Winter und den Schnee einfach ins Haus, genauer, in Wohnzimmer, Diele und Wintergarten geholt...

Habe ich Euch jetzt neugierig gemacht? Denkt Ihr nun z. B. an alte gefrorene Scheebälle in der Tiefkühltruhe? ...oder gar an Kunstschnee? Nein, so nicht...

 

  
Ich habe uns die winterliche Stimmung mit schneebedecktem Geäst oder tief verschneitem Gelände mit neuen winterlichen Kissen hereingeholt.

Jetzt bin ich ja nicht die große Näherin vor dem Herrn...wenn ich mir hier auf den Blogs die grandiosesten Werke von wirklich begabten Näherinnen anschaue, kann ich nur den Hut ziehen... Davon bin ich selbst weit entfernt...

Aber gerade Nähte, wie bei kleinen Scheibengardinen, Mitteldecken oder Kissen - das geht... Insbesondere dann, wenn ich bei den Kissen den Hotelverschluss wähle...da braucht man keine Reißverschlüsse und auch keine Knopflöcher, denn das bekäme ich wieder nicht hin...Man sollte ja unbedingt seine Grenzen kennen...Auf geht´s!


Zuerst habe ich mir mein Arbeitsmaterial zusammengetragen: die Nähmaschine, passendes Garn, Stecknadeln, eine Stoffschere, eine kleine Schere, meine Schneidematte, das Patchworklineal, meinen Rollschneider und natürlich den Nähvlies und die Stoffe...


Diese Stoffcoupons hatte ich schon länger...Sie lagen ruhig und unaufdringlich bei vielen Patchworkstoffen, an denen ich auf dem Stoffmarkt oder in so ganz besonderen, schnuckeligen Läden, nicht vorbeigehen konnte...

Meine Näharbeiten mache ich gerne im Wintergarten, der ist so schön hell...es ist genügend Platz hier und es stört nicht...

Zuerst kam das Zuschneiden...45 x 45 cm Kissengröße + je gut 1 cm für jede Seitennaht...Mit der Schneidematte, dem Patchworklineal und meinem Rollschneider, auch für nicht so Geübte wie mich, kein Problem...

Der nächste Schritt bestand darin, den Nähvlies mit der Kissenoberseite zusammenzunähen - s. o.



Dann kam die Rückseite des Kissens dran. Dafür werden 2 Stoffstücke geschnitten, welche die Rückseite des Kissens (von oben nach unten gesehen) um mindestens 1/3 doppelt bedecken (siehe unteres Bild oben rechts!). Diese beiden Teile bekommen an einer Querkante einen doppelten Saum - ...siehe hier oben.

Für die Rückseiten dieser Kissen habe ich übrigens alte Leintücher genommen, besser gesagt Teile davon. Denn in der Mitte waren diese Stücke etwas ausgedünnt, aber alle Ränder waren noch sehr stabil (so richtig gute alte Qualitätsware!), und da wir auf Nachhaltigkeit setzen, war es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, diese guten Teile aufzuheben - und jetzt konnte ich sie nutzen...Zur Nachahmung empfohlen, wenn Ihr mögt...


Nun werden diese beiden Teile auf die Vorderseite (Wichtig: auf das Bild - s. o. links) des Bezugs geheftet und zunächst mit einem Steppstich angenäht. Danach kommt noch eine ganze Umrandung mit dem sog. Hexenstich hinzu - damit die Nähte nicht ausfransen...

 Könnt Ihr meiner Beschreibung folgen???  Ist sie einigermaßen verständlich...? Ich hoffe darauf!


 
 
Gewendet sieht das Kissen dann rückseitig so aus...
 
 

...und so stellt sich die Vorderseite dar...


Wenn ich einmal mit einer solchen Arbeit begonnen habe, bleibt es meist nicht bei einem Objekt...


...und so haben wir wundervolle Winterstimmung im kuschligen Wohnzimmer...

 

 
Diese Kissen sind schon etwas älter - sie schmücken den Wintergarten...
 
 
 
 
 
 Links - selbst genäht! Rechts und unten - selbst gekauft!
 






Und in der Diele zeigt sich bei uns der Winter so...



 
Einfach Zapfen jeglicher Art etwas mit weißem Binder anmalen...trockenen lassen...fertig!






Wenn das Wetter mitspielt sitzen wir auch schon einmal hier - natürlich mit einer schönen Tasse heißem Tee...oder Kakao...oder Grog...oder Glühwein...Ein Jeder wie er´s begehrt!



Das ist die Terrasse mit Zugang zum Wintergarten - natürlich auch noch winterlich geschmückt...

Bis zum Frühling wird es ja noch etwas dauern...


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Eigentlich ein Adventsgesteck...aber es passt so gut...



 
 
 
 
 
 
 Da dies, aus oben erklärten Gründen, mein 1. Post für dieses 
 
neue Jahr   2022   ist, 
 
darf ich Euch ALLEN noch meine allerbesten Wünsche übermitteln.
 
Allem voran Gesundheit und noch einmal Gesundheit, viel Freude und Frohsinn,  Frieden, Glück, Zufriedenheit, gut aufgehoben sein in Familie, Gesellschaft und Beruf...
 
 
...und alles, alles Liebe 
 
 
Eure Heidi