21. Oktober 2017

Freitagsblümchen und 3 wundervolle Überraschungen


Meine Lieben,

die Fülle des Sommers ist vorbei...leider...
Das Gute daran ist, dass man dann genauer hinschaut...
...und dabei auch einzelne oder kleinere Blühwunder entdecken kann...

So war ich in meinem Garten auf der Suche nach einigen Blümchen um unseren Küchentisch
etwas herbstlich zu schmücken. Es tut der Seele immer wieder gut, wenn sie sich an ein paar Blümchen erfreuen kann...





Von der Fetten Henne und den Herbstastern habe ich noch ziemlich viele, da kann ich ruhigen Gewissens einige Zweige abschneiden.





...noch ein wenig Salbei dazu - und ein angenehmer Duft durchzieht die Küche.




Die Thuja musste  eh geschnitten werden...




 ...und die kleinen Hagebutten sind noch von dem Sträußchen aus voriger Woche übrig geblieben...


 

...die beiden Erika-Zweiglein sind beim Einpflanzen in einen Gartenkübel abgeknickt...




Und so haben jetzt alle ein verlängertes Leben in meiner Küche...




Hinzu kommt, dass es sich so viel schöner frühstücken lässt...









Vor ein paar Tagen waren wir zu einem runden Geburtstag eingeladen. Das Geburtstagskind ist leider verwitwet, und trägt verständlicherweise schwer daran...
Es sollte trotzdem ein schönes Fest für ihn werden, und das wurde es auch.
Im Vorfeld hatte ich schon überlegt, wie man ein klein wenig der Freude dieses Festes in die nächsten Monate mitnehmen könnte...Und da hatte ich eine Idee: Als Hauptgeschenk gab es einen Japanischen Schlitzahorn für den Garten und eine Eintrittskarte für "unser" besonderes Konzert siehe hier.
Und dann hatte ich ein größeres Paket mit 11 ganz unterschiedlichen Päckchen bestückt. 
Auf jedem war eine Zahl, die 11 und 12, und dann noch von 1 - bis 9. Jede dieser Zahlen steht für den Kalendermonat, in dem  das Geburtstagskind das jeweilige Päckchen öffnen darf. 
So hat er noch ein ganzes Jahr immer wieder eine kleine Freude,
und ist gedanklich, so hoffe ich, bei seinem schönen Fest 
und all seinen Lieben, die es mit ihm gefeiert haben.






Und nun zu den  2 anderen Überraschungen: Ich habe ganz wundervolle Herbstpost bekommen!!!




Einmal von der lieben Man, die den Bildern aus der Landlust auf ganz besondere Weise ein 
"2. Leben" verschafft. Ausschneiden, mit der Lochzange an den Bildrändern in gleichmäßigen Abständen lochen und dann mit diesem "Muschelstich" verziehren!!! Großartig!




3 herbstliche Blatt-Fragmente und ganz liebe Zeilen haben diese Karte vervollständigt! Ich danke Dir von Herzen liebe Manu! Und dass schon alle Plätze bei Deinem wunderschönen Adventskalender belegt waren, das ist doch nicht Deine Schuld!!! Alles gut! Das nächste Mal bin ich schneller...!




Die 2. Herbstgrüße kamen von der lieben Birgitt.




Es waren ganz liebe Grüße und ein Dankeschön für das Sonderheft von "Mein schöner Garten",
wovon ich 10 Exemplare verlosen durfte! Nochmals ein dickes Danke an den Verlag und 
an den Redakteur Dieke van Dieken!






So, meine Lieben, jetzt muss ich mich sputen, denn heute ist doch unser Konzert und ich bin noch weit davon weg "fertig" zu sein...


Fühlt Euch gedrückt und habt ein schönes Wochenende!

Alles Liebe


Eure Heidi




19. Oktober 2017

Der Buchsbaumzünsler - was ist zu tun?

Meine Lieben,

vielleicht habt Ihr bei der lieben Anja schon gelesen, dass ihr herrlicher Buchs-Knoten leider, leider auch von diesem fürchterlichen Schadinsekt, dem Buchsbaumzünsler befallen ist/war...

Leider ist es eine nicht mehr zu leugnende Tatsache, dass dieses Schadinsekt bundesweit die Buchs- Bestände bedroht! Und nicht nur hier bei uns, auch in Österreich und der Schweiz soll es schon Schäden von immensem Ausmaß angerichtet haben...
Vielleicht könnt Ihr, liebe ÖsterreicherInnen und Ihr, liebe SchweizerInnen, mir mehr dazu sagen...!?!!

Ich werde jetzt hier und heute, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, einen Post mit ganz viel informellem Text und wenigen Bildern auf den Weg bringen. Dieses Textpassagen entnehme ich meinen Ausführungen aus meiner Kolumne, die ich allwöchentlich in unserem Gemeindeblatt veröffentliche. Das Thema Buchsbaumzünsler hatten ich dort bereits im September des vorigen Jahres belegt, denn bei uns im Saarland hat der Zünsler schon seit 2014/15  "zugeschlagen"!


Der Buchsbaumzünsler ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling,  mit  seidig weiß glänzenden Flügeln die einen braunen Rand aufweisen. Man hat aber auch schon rein braune oder graubraune Exemplare  gesichtet. Dieser nachtaktive Kleinschmetterling wurde vermutlich vor rund 10 Jahren aus dem asiatischen Raum mit der Lieferung von Waren hier in Europa eingeschleppt.



 Seitdem hat er eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nicht wenige uralte Buchsbestände in Parks und Barrock-Gärten fielen ihm schon zum Opfer. Da er in einem Vegetationsjahr, bei günstigen Bedingungen, während einer Saison bis zu vier Generationen hervorbringen kann und zudem sehr gefräßig ist, ist sein Schadbild entsprechend! 

10 Jahre in Europa, das ist eine lange und auch wieder kurze Zeit. Lang im Sinne von Ausbreitungsmöglichkeiten, kurz im Sinne von erdgeschichtlichen Entwicklungen, auch relativ kurz um Erfahrungswerte, was die Bekämpfung angeht, zu sammeln.  Dennoch gibt es Empfehlungen: Das A und O der Bekämpfung dieses Schadinsekts ist die frühe Erkennung des Befalls. Und da beginnt schon die Schwierigkeit, denn frischer Befall ist kaum zu erkennen, da die Raupen meist im Innern der Gehölze mit dem Fressen beginnen und dort ihre Gespinste anlegen. 


Mein Rat: Kontrolliert ab Februar/ März (ab 7° wird der Zünsler aktiv!) bis Mitte/Ende Oktober Eure Buchsbestände mindestens einmal pro Woche auf Genaueste! Entdeckt Ihr im Innern Eures Buchs weiße Gespinste, dann sucht schnellstens die Raupen. 
    Entfernt dieselben von Hand und vernichtet sie umgehend.     
                                           

 

                            
  Ist der Befall schon stärker ausgeprägt, setzt biologische Insektizide ein. Der Vorteil bei biologischen Insektiziden liegt darin, dass diese in der Regel nutztierschonend sind. Also beispielsweise Bienen durch die Anwendung dieser Insektizide nicht gefährdet werden.  
 Bacillus thuringiensis  und Neemöl (Azadirachtin)  wären hier zu nennen. 
 Insbesondere das Neemöl hat sich in Asien als sehr erfolgreich gezeigt! 
Entfernt zunächst alle Gespinste und spritzt Sie dann sehr sorgfältig bis tief ins Innere der Gehölze und wiederholt diese Prozedur nach 10 – 12 Tagen. Eine zusätzliche Behandlung  mit Pflanzenstärkungsmitteln ist ebenfalls empfehlenswert, zumal diese auch die Widerstandsfähigkeit der Gewächse gegen Pilzbefall bewirken. 

Weitere Informationen zu möglicher Bekämpfung siehe HIER!                                                                                                                                   
 Solltet Ihr Euch für chemische Insektizide entscheiden, bedenkt die Giftigkeit dieser Mittel für Mensch, Tier und Umwelt, und vergesst eine entsprechende Schutzkleidung nicht!                                                                                                                                          
 Wurde der Buchsbaum durch den Befall stark in Mitleidenschaft gezogen und droht gar abzusterben, dann kann ein radikaler Rückschnitt des Gewächses dieses eventuell noch vor der endgültigen Zerstörung bewahren.
In Extremfällen, ist das letzte Mittel der Bekämpfung allerdings, die vollständige Vernichtung der befallenen Buchsbäume, damit sich der Schädling nicht weiter ausbreiten kann. 




Was ist nun mit dem befallenen Schnittgut zu tun? 
 
Ich habe hier im Saarland, nach Rücksprache mit dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, als Vollzugsbehörde für den Bereich des Abfallrechts, und unserem Saarländischen Umweltministerium eine saarländische Regelung im Amtsblatt anbieten können. 
Wie das im Einzelnen bei Euch aussieht, das müsst Ihr bei Euren Behörden erfragen. 

 Aber eines ist sicher: Befallenes und auch bereits zerstörtes Schnittgut darf in keinem Fall dem Biomüll, der Grünschnittannahme oder dem Kompost zugeführt werden!!! Auch unverpackt im Restmüll birgt er das große Risiko, dass sich der Schädling weiterverbreitet. 
Thermische Entsorgung, sprich Verbrennung,  muss die Lösung wohl heißen!!! 

Eine total ruinierte Buchspflanze, die dann aber leider stehen gelassen wurde...
...und somit der Weiterverbreitung des Zünslers Vorschub leistet!!!


Ich gebe Euch jetzt einmal ein Zahlenbeispiel, das mehr als deutlich macht, wie wichtig es ist, dass wir hier sehr konsequent vorgehen:

Jeder dieser kleinen weiblichen Falter des Buchsbaumzünslers, mit einer Flügelspannweite von ungefähr 4 cm, legt bei einer Eiablage ca. 150 Eier, meist auf die Unterseite der Buchsblätter. 
Dabei bevorzugen sie Buchsgewächse, welche noch nicht befallen wurden, was wiederum die Ausbreitung begünstigt. Wenn die Temperaturen über 7° liegen schlüpfen die Raupen. Sie durchlaufen 7 Larvenstadien.  Liegen die Temperaturen über 20°C geht das sehr schnell, und schon nach 3 Wochen sind diese Entwicklungsstufen abgeschlossen.  Dann verpuppen sich die Raupen in Kokons und werden nach ca. einer Woche wiederum zu Faltern, und das Ganze beginnt von Vorn.                                                          
                                                                                                                                                                           Da sich in einem Vegetationsjahr gut 4 Generationen entwickeln können, 
sind wir, von einem einzigen Falter ausgehend, dann schon bei 506.250.000 Raupen in einem Jahr angelangt!!! 
Ich glaube, es bedarf keiner weiteren Erörterungen um zu erkennen, dass wir die Vermehrung dieser Schädlinge dringend unterbinden müssen! Und genau deswegen dürfen wir den befallenen Buchsbaumschnitt nicht offen irgendwo lagern, sondern müssen ihn in gut verschlossenen, dichten Plastiksäcken der thermischen Verwertung (sprich: Verbrennung!) zuführen!



Hier bei uns in Wadgassen bot der Leiter des Grünflächenamts der Gemeinde, in Absprache mit 
 unserer hiesigen Ortspolizeibehörde der Bevölkerung an,
dass man, nach erfolgter Antragsstellung, den 
befallenen Buchsbaumschnitt im Privatgarten verbrennen könne.




Noch etwas solltet Ihr unbedingt beachten:


Da, wie oben geschildert, in einer Saison mehrere Generationen von Schädlingen entstehen, überwintert die letzte Generation in ihrem Kokon zwischen den Blättern und Ästen des Buchsbaums. Den Kokon fertigen die Raupen aus verformten Blättern, welche sie mit ihren Spinnweben verkleben. Dies schützt sie vor möglichen Angreifern und auch vor der Kälte des Winters. Für uns heißt dies allerdings: dieser Umstand erschwert die Bekämpfung des Schädlings ganz enorm!  Wir müssen also im nächsten Jahr, auch wenn wir glauben, alle Bestände des Buchbaumzünslers vernichtet zu haben,  sehr aufmerksam sein!  Und dann gegebenenfalls gleich den neuen Anfängen wehren!                                                                                                                                                                                        Und noch eine kleine Zusatzinfo: unsere Vögel, die natürlichen Fressfeinde von Raupen, mögen ausgerechnet   d i e s e  Raupen nicht!!!  Hierzu gibt es allerdings mittlerweile etwas andere Erkenntnisse, die ich jedoch nicht überprüfen konnte.                                                                                                                             
Meine Lieben, ich hoffe Euch mit diesen Empfehlungen probate Mittel an die Hand gegeben zu haben, um eventuell auch bei Euch vorhandene Zünsler-Raupen in den Griff zu bekommen!

Ich drücke jedenfalls ganz fest die Daumen!!!


Eure Heidi









Last but not least - als Trost, wenn es doch nicht gelingen sollte...

Es gibt mittlerweile sehr schöne Ersatzpflanzen. 
Bei der Beetrandbepflanzung habe ich mich für den Ilex-Crenata "Dark green", 

der auch unter dem Namen "buchsblättriger Löffel-Ilex" angeboten wird, entschieden.


Sein Blatt sieht dem des Buchs zum Verwechseln ähnlich. Er ist genauso schnittverträglich, allerdings wächst er deutlich langsamer (erfordert bei der Neuanpflanzung etwas Geduld, später muss dafür nicht so oft geschnitten werden!!!), und er ist deutlich teurer...

...dafür aber sehr resistent. Laut Züchtern, können ihm weder Krankheiten, wie der gefürchtete Buchsbaumpilz, noch Parasiten wie der Zünsler,  etwas anhaben.








Andere Ersatzpflanzen könnten z. B. Zwerg-Eiben, Zwerg-Liguster oder Thuja "Teddy" (hier im Bild) sein. Die Thuja "Teddy" wächst automatisch kugelrund (ganz ohne Schnitt!), und so habe ich diese in größere Kübel gesetzt. Sie geben vor allem im Winter dem Garten etwas Struktur.






 


Die Heckenmyrhte Lonicera "Maigrün" ist eine gänzlich problemlose Pflanze, die ich auch in größere Kübel gepflanzt habe. Sie kann sowohl stehend als auch hängend gezogen werden.



 

Hier seht Ihr 2 verschiedene Hebe-Sorten.

Mit den Heben habe ich persönlich bis jetzt nicht die besten Erfahrungen gemacht. Sie wurden bereits nach einem Winter an verschiedenen Stellen unansehnlich braun.


Als weitere Alternative wäre noch "Bloombux" zu nennen. Diese Pflanze ist eine neue Züchtung, eine Kreuzung aus Rhododendron-Wildsorten. Sie blüht wunderschön ist aber, wenn sie als Hecke gedacht ist, und man mehrere davon braucht, sehr teuer.


Dann kann ich nur die Empfehlung aussprechen:

Schaut Euch auf dem Markt um! Die Züchter tragen dem zunehmenden Problem des Buchsbaumsterbens Rechnung, indem sie immer wieder neue Produkte, neue Züchtungen, die als  Buchsersatz geeignet sind, auf den Markt bringen...davon können wir dann profitieren...



Ja, ich weiß, es tut trotzdem weh, wenn man seine Buchse rauswerfen muss...!!!
Vor allem dann, wenn man sie lange Zeit mühevoll gehegt und gepflegt hat, oder wenn es Erbstücke z. B. von der geliebten Großmutter sind...

Vielleicht haben unsere heimischen Vögel ja doch noch ein Einsehen, und erkennen, wie reich da der Tisch plötzlich gedeckt ist...


Alle Ihr Geschädigten - fühlt Euch mal so richtig gut von mir gedrückt! 

(...ich weiß wovon ich rede...)

Dennoch, oder gerade deswegen - alles, alles Liebe



Eure Heidi